Unser Vorgehen in der Paartherapie

Ich arbeite mit Symbolen, Imaginationen und verhaltenstherapeutischen Vorgehensweisen.
Zudem ist die systemische Sichtweise in der Paartherapie eine wichtige Grundlage.
Mit dieser Zusammenstellung wird deutlich, dass ich ein Mischkonzept habe, das ich je nach Problematik unterschiedlich einsetze.
Ich habe einen ausführlichen Fragebogen, den sich die Paare ausdrucken können. Beide Partner füllen ihn getrennt aus. Manche Paare zeigen sich ihre Bögen und kommen bereits in ein Gespräch darüber, andere schicken ihn so ab. Beide Möglichkeiten bleiben offen. Ich arbeite die Bögen vor dem ersten Treffen durch und habe dadurch bereits einen differenzierten Eindruck von der Fragestellung. Diese Arbeitsweise hat sich als sehr effektiv erwiesen. Die meisten Paare erleben das Ausfüllen des Fragebogens als eine hilfreiche Auseinandersetzung mit ihrer Problematik.

Im Anschluss an die Anamneseerhebung arbeite ich in einer ausführlichen Arbeitsphase mit Symbolen. Es hat sich gezeigt, dass durch eine Symbolisierung die beiderseitige Sichtweise sehr viel besser darstellbar ist als durch nur durch Worte. Die zumeist gereizte Stimmung verändert sich durch   die Symbolarbeit in eine nachdenklichere und einfühlsamere Grundhaltung, womit bereits ein wichtiger Schritt erreicht ist: eine, wenn auch vorsichtige, neue Form miteinander zu reden.

In der homepage steht Ihnen das Buch Der Schwan und die Spinne zum Nachlesen zur Verfügung.

Dort haben wir Beispiele über Paarsituationen und symbolische Darstellung gegeben. Z.B. „Das kräftemessende Paar“ oder „Der Löwe und das traurige Kind“.

In einer dritten Phase versuchen wir Therapeuten in Zusammenarbeit mit dem Paar ein Teilproblem auszuwählen, das die beiden Partner in einer bestimmten Zeit (vielleicht zwei Monate lang) als erstes angehen können. Es ist wichtig, nicht alles auf einmal ändern zu wollen, sondern schrittweise vorzugehen, da sonst der Misserfolg schon vorprogrammiert ist. Es könnte z.B. sein, dass beide sich vornehmen, einmal in zwei Wochen einen Abend für sich allein zu reservieren, an dem sie etwas gemeinsam unternehmen oder beginnen, miteinander über sich zu reden. Dazu gehören dann verbindliche Regeln, die aus der Sackgasse Anklage und Verteidigung führen sollen.


Therapeutische Begleitung

In der Regel arbeite ich mit einem Kollegen oder Kollegin zusammen.


Zeitliche Planung unserer Termine

Wir haben mehrere Zeitkonzepte.

1. Das Ganztagskonzept

Aus der Notwendigkeit, mit Paaren arbeiten zu können, die aus großer Entfernung anreisen, hat sich das Ganztagskonzept entwickelt, das sich im Laufe der Zeit so bewährt hat, dass wir es auch Menschen anbieten, die in unserer Nähe wohnen.

Wir arbeiten vier Stunden am Vormittag und nach einer Pause von drei Stunden noch einmal zwei bis drei Stunden am Nachmittag, je nach Notwendigkeit. Diese Vorgehensweise hat sich als sehr sinnvoll erwiesen, wenn es darum geht, ein grundsätzliches Nachdenken über die Beziehung zu ermöglichen. In der Regel können die Paare nach einer so ausführlichen Sitzung mehrere Monate lang allein weiter arbeiten. Manche Paare kommen nach einem Jahr wieder, meist mit dem Kommentar: jetzt ist alles aufgebraucht, wir müssen neu auftanken.

Diese Vorgehensweise eignet sich nicht, wenn die Beziehung so explosiv ist, dass die Partner eine zeitlich engere Unterstützung brauchen. Man kann zwar mit einer großen Sitzung beginnen, muss dann aber doch häufiger Termine anbieten, die zeitlich etwa einmal monatlich und zweistündlich verlaufen.

2. Das Zweistundenkonzept

Bei Paaren, die in unserer Nähe wohnen, und uns erst einmal kennen lernen wollen, bieten wir zunächst nur einen zweistündigen Termin an, in dem allerdings nur eine Anamnese möglich ist. Auf einen solchen Termin muss relativ schnell ein weiterer Termin folgen, damit das Paar sich nicht allein gelassen fühlt.

Mit manchen Paaren beginnen wir mit einem drei- oder vierstündigen Termin. So gehen wir auch vor, wenn ein Paar sich zunächst einen Zweistundentermin gewählt hat.