Einführung in das Verfahren

Die Arbeit mit Symbolen ist zunächst für das diagnostische und therapeutische Vorgehen im Bereich der Psychotherapie entwickelt worden. Die Symbole unterstützen die Wahrnehmung von Gefühlen jenseits der sprachlichen Ebene und ermöglichen die Ausdrucksweise für verschüttete und bisher nicht zugängliche Erlebensbereiche.
In dem Buch „Der Schwan und die Spinne“ „das konkrete Symbol in Diagnostik und Psychotherapie“ wird das Verfahren vorgestellt und die Arbeitsweise anhand von Beispielen ausführlich beschrieben.
Nach 40 Jahren Erfahrung mit Symbolarbeit in der Psychotherapieausbildung ist es uns ein Anliegen, das Vorgehen anderen interessierten Personen zugänglich zu machen. Wir bieten aus diesem Grund zwei verschiedene Bereiche mit der Symbolarbeit an: Weiterbildung und Selbsterfahrung.

Seminare zur Weiterbildung für die Psychotherapie und Beratungsarbeit.

Wir lehren das Arbeiten mit Symbolen in einem Stufenprogramm. Die Kurse bauen aufeinander auf. Im Einführungsseminar zeigen wir in der therapeutischen Arbeit mit den einzelnen Teilnehmern, welche Motivvorgaben und Techniken eingesetzt werden können. Im Anschluss daran wird in einer Prozessanalyse das Vorgehen erklärt.
Im Einführungsseminar wählen die Teilnehmer auf der Basis erprobter Vorgaben Bilder oder Gegenstände aus, die dazu geeignet sind, Menschen unterschiedlichen Alters, ihre Konflikte und ihre Fähigkeiten darzustellen, ihre Familiensituationen und deren Konsequenzen zu verdeutlichen, soziale Beziehungsnetze oder Zukunftsvisionen anzuzeigen.
Die Bilder und Gegenstände werden damit zu Symbolen. Als Material eignen sich Kunstkarten, Menschen- und Tierdarstellungen, Photos von Landschaften, Material aus dem Handwerkskasten wie Beißzange und Hammer und Sammlungen aus der Natur: Muscheln, Steine, Wurzeln. In der Bearbeitung erfahren die Teilnehmer, wie viel tiefer symbolische Aussagen als gesprochene Worte wirken, und wie unterschiedlich die symbolische Bedeutung für jeden Menschen ist. Die Prozessanalyse mit der Klärung der zugrunde liegenden Arbeitshypothesen und dem Einsatz der verschiedenen Techniken ist unsere didaktische Vorgehensweise.
In den Seminaren zu dem therapeutischen Vorgehen (Therapeutische Techniken I - IV) arbeiten die Teilnehmer sowohl in der Rolle der „Patienten“ als auch der „Therapeuten.“ Die Auswahl der Vorgaben und der verschiedenen Techniken wird graduell gesteigert und dem jeweiligen Wissensstand der Teilnehmer angemessen eingesetzt. Übertragung und Gegenübertragung, Abwehrmechanismen, Fokussierung auf den Konflikt sowie der Einsatz eigener Ressourcen zur Entwicklung von Lösungsstrategien werden erarbeitet. Didaktische Elemente sind die Prozessanalyse und das reflecting team.

Das Weiterbildungsangebot wendet sich an Menschen, die im therapeutischen oder beratenden Bereich tätig sind und eine entsprechende Ausbildung haben.


Seminare zur Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentfaltung

Außer den Weiterbildungskursen bieten wir Seminare zur Selbsterfahrung an. Sie dienen der Reflexion über das berufliche und private Leben. Klärung belastender Konfliktsituationen, Hilfestellung zur Bewältigung von schweren Erkrankungen, Entscheidungen über die Zukunft im privaten und beruflichen Bereich sind Themen, die in den Selbsterfahrungsseminaren zur Geltung kommen können. Erarbeitet werden können ebenso biographische Aspekte, die bis in die Gegenwart belastend wirken.


Weiterbildung Paartherapie

In den Jahren 2017- bis 2019 haben wir in Zusammenarbeit mit der AGKB und dem SITP eine Modulreihe zur Paartherapie für Kolleginnen und Kollegen angeboten, die in der Einzeltherapie paartherapeutische Probleme mit bearbeiten müssen.
Ab dem Jahr 2020 planen wir eine neue Modulreihe. Sie richtet sich an Menschen, die zu zweit paartherapeutisch arbeiten wollen. Einer der beiden Partner muss Therapeutin oder Therapeut sein, der andere kann aus einem anderen Berufsfeld kommen. Das bringt häufig einen besonderen Realitätsaspekt durch die berufliche Andersartigkeit mit ein. Beide müssen an den Kursen teilnehmen, da beide sich mit den theoretischen und methodischen Erfordernissen auseinandersetzen müssen. Darüber hinaus wird die Kommunikation in der Beratungstätigkeit in Rollenspielen eingeübt.

Wir führen dieses Konzept seit zwanzig Jahren mit gutem Erfolg durch.




Literatur

Wollschläger, M.E. und Wollschläger, G. (1998). Der Schwan und die Spinne. Das konkrete Symbol in Diagnostik und Psychotherapie. Bern: Huber.  (Kapitel 2 und 5 - S. 21–30 und S. 51-80).